Die Welt ist untergegangen – zumindest für alle Apple-Jünger. Ihr oberster Chef Steve Jobs – der „iGod“ – ist kürzlich im Alter von 56 Jahren aufgrund eines Krebsleidens gestorben. Bekannt war seine Erkrankung schon länger. Erst Ende August hatte er sich von der Konzernspitze verabschiedet und war seitdem als Vorstandsmitglied tätig. Dennoch schlug die Todesmeldung am Morgen der Bekanntgabe ein wie eine Bombe. Auf sämtlichen Nachrichtensendern liefen posthum Nachrufe auf sein Lebenswerk.
Unbestritten ist, dass Jobs – quasi als bekanntester Nerd neben Konkurrent Bill Gates – eine Menge in der Computerwelt bewegt, aber auch polarisiert hat. Seit Anbeginn der Erfolgsgeschichte des Heimcomputers war Jobs stets dabei. In den frühen Achtzigern, als parallel dazu gerade der Walkman trendy geworden ist, konnte niemand ahnen, dass Apple nicht nur mit Computern, sondern auch mit dem iPod als Nachfahre des tragbaren Musikspielers Millionen machen sollte.
Für viele galt bislang die Gleichung: Apple = Steve Jobs
Das Unternehmen aus Kalifornien hat bewiesen, dass nicht nur Computer, sondern auch Mobiltelefone, tragbare Musikspieler und Laptops gut aussehen können. Neben iPhone und iPod, iMac und MacBook hat Apple mit dem iPad mittlerweile sogar Tablet-Computer salon- und gesellschaftsfähig gemacht. Quasi als Nischenprodukt zwischen Smartphone und Laptop. Doch dem nicht genug, das ganze Sortiment wurde finanziell obendrein noch durch die Apple-eigenen Online-Läden iTunes und App-Store revolutioniert.
So traurig der Verlust für die Apple-Jünger auch sein mag. Die Frage ist: wie geht es weiter mit dem Jobs-Imperium? Nach all den Problemen mit Datenschutz, Produktionsbedingungen und Plagiatsvorwürfen gegen Konkurrenten in der nahen Vergangenheit, wurde diese Woche just die neueste Version des iPhone vorgestellt. Neu, aber nicht wirklich überragend, lautete der vorherrschende Medientenor.
Feststeht: ohne Identifikationsfigur Jobs – dessen Befinden regelmäßig den Aktienkurs des Unternehmens beeinflusste – wird es nicht leichter werden für Apple. Das Unternehmen ist mittlerweile vom querulierenden Teenie zum gutsituierten Erwachsenen geworden, für den das Wort „Mainstream“ kein Fremdwort mehr ist.
Wie denken Sie, geht es nun weiter mit Apple?
